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Ratgeber

Social Media Strategie entwickeln

Die meisten mittelständischen Unternehmen haben Social Media längst. Es gibt eine LinkedIn-Seite, oft auch Instagram, jemand im Team postet, wenn zwischen zwei Terminen Luft bleibt. Was fehlt, ist die Grundlage darunter.

Social Media Potenzial prüfen

Grundlage

Was eine Strategie leisten muss, damit sie im Alltag hält

Dieser Leitfaden beschreibt, wie eine Strategie entsteht, die im Alltag eines mittelständischen Unternehmens tatsächlich benutzt wird. Er eignet sich zum Selbermachen und als Grundlage für ein Gespräch mit einem Partner.

Viele Strategiepapiere scheitern weniger am Inhalt als daran, dass sie danach niemand mehr aufmacht. Eine brauchbare Strategie beantwortet vier Fragen in wenigen Sätzen: Wofür wird das gemacht? Wer soll erreicht werden? Worüber wird gesprochen? Woran lässt sich erkennen, ob es wirkt?

Eine gute Strategie ist außerdem so geschrieben, dass eine neue Kollegin sie lesen und am nächsten Tag damit arbeiten kann. Und sie legt fest, wer was bis wann übernimmt. Ohne diesen letzten Teil bleibt sie ein Dokument im Ordner.

Vorgehen

In sechs Schritten zur Strategie

Schritt 01

Die Ausgangslage ehrlich anschauen

Am Anfang steht ein nüchternes Bild vom Ist-Zustand. Dafür genügt ein Blick auf die letzten sechs Monate: was veröffentlicht wurde, wie oft, von wem und was davon Reaktionen gebracht hat.

Dazu gehört die Frage, wer dem Kanal folgt. Bei vielen Bau- und Immobilienunternehmen sind das überwiegend eigene Mitarbeitende, Lieferanten und Wettbewerber. Das verändert vor allem, worüber sich zu sprechen lohnt.

Zum Schluss ein Blick auf drei Wettbewerber. Wichtiger als der Stil ist dabei, welche Themen im Markt bereits besetzt sind und wo eine Lücke offen liegt.

Schritt 02

Ein Ziel festlegen, das dem Unternehmen etwas bringt

Reichweite allein ist noch kein Ziel, sondern ein Zwischenschritt auf dem Weg dahin. Ein Ziel ist etwas, das in der Geschäftsführung interessiert, wenn am Jahresende darauf geschaut wird.

  • Bewerbungen. Gesucht werden Poliere, Bauleiter, Techniker oder Verwalter, und über die üblichen Wege kommen zu wenige.
  • Anfragen. Präsenz bei Entscheidern, bevor ein Projekt ausgeschrieben wird.
  • Vertrauen im laufenden Verkaufsprozess. Wer nach dem ersten Gespräch im Netz nachschaut, soll etwas finden, das die Entscheidung leichter macht.

Ein Hauptziel reicht. Zwei gehen auch, drei verwässern.

Schritt 03

Klären, wer spricht

Inhalte von Menschen werden deutlich häufiger gesehen als Inhalte von Firmenseiten, besonders auf LinkedIn. An den Anfang gehört deshalb die Festlegung, wer das Gesicht nach außen ist.

Das muss nicht zwingend die Geschäftsführung sein. Ein Bauleiter, der erklärt, warum eine Sanierung länger dauert als geplant, ist oft interessanter als jede Unternehmensmeldung. Wichtig ist, dass die Person das freiwillig macht und im Monat ein bis zwei Stunden dafür hat.

Daneben braucht die Firmenseite eine klare Rolle. Meistens sind das Meilensteine, Stellenanzeigen und Projekte, während die Personen für Einordnung und Meinung zuständig sind.

Schritt 04

Themenfelder festlegen statt Posts sammeln

Der häufigste Fehler an dieser Stelle ist eine lange Ideenliste. Nach drei Wochen ist sie leer und das Posten hört auf. Tragfähiger sind drei bis fünf Themenfelder, die immer wieder Stoff liefern.

Für ein Bauunternehmen können das sein: Projekte und was dabei schiefging, Menschen und Handwerk im Betrieb, Fachliches für Auftraggeber, Ausbildung und Nachwuchs.

Jedes Themenfeld muss auf das Ziel einzahlen. Beim Thema Bewerber liegt das Gewicht auf Menschen und Ausbildung, bei Anfragen auf Fachlichem und Projekten.

Schritt 05

Ein Produktionssystem, das ohne Heldentum läuft

Hier entscheidet sich, ob die Strategie überlebt. Täglich etwas Neues zu erfinden funktioniert im Mittelstand nicht, dafür ist niemand freigestellt.

Was funktioniert, ist Bündeln. Ein Termin im Monat, an dem in wenigen Stunden Material für mehrere Wochen entsteht, dazu ein fester Rhythmus für die Veröffentlichung und ein Freigabeweg aus höchstens zwei Personen.

Wer aufnimmt, wer schneidet, wer freigibt und wer veröffentlicht, gehört schriftlich festgehalten. Auch dann, wenn das alles dieselbe Person ist.

Schritt 06

Messpunkte festlegen, bevor es losgeht

Vor dem Start gehören die aktuellen Werte notiert: Follower, durchschnittliche Aufrufe, Bewerbungen im letzten Quartal, Anfragen über die Website. Ohne diesen Ausgangswert lässt sich später nicht sagen, ob sich etwas bewegt hat.

Der wichtigste Handgriff kostet fünf Minuten: ein Pflichtfeld im Kontakt- und Bewerbungsformular mit der Frage, wie jemand auf das Unternehmen aufmerksam geworden ist. Damit wird im Alltag sichtbar, was Social Media wirklich bringt, ganz ohne aufwendige Auswertung.

Dazu ein fester Termin in 90 Tagen für die Auswertung. Wer früher bewertet, kommt fast immer zu falschen Schlüssen.

Beispiel

Wie das in der Praxis aussehen kann

Ein Bauunternehmen mit 140 Mitarbeitenden sucht seit Monaten Poliere. Anzeigen laufen, es kommt wenig zurück. Das Ziel für Social Media lautet also Bewerbungen, nicht Bekanntheit.

Das Gesicht nach außen wird nicht der Geschäftsführer, sondern ein Bauleiter, der ohnehin gern erzählt. Die Themenfelder sind Baustellenalltag, Ausbildung und die Frage, was den Betrieb von anderen unterscheidet. Produziert wird an einem Nachmittag im Monat direkt auf der Baustelle, daraus entstehen vier kurze Videos und ein paar Beiträge.

Gemessen wird an einer einzigen Zahl: wie viele Bewerbungen im Formular angeben, über Social Media gekommen zu sein. Nach 90 Tagen wird entschieden, ob mehr davon oder etwas anderes.

Fallstricke

Die vier häufigsten Fehler

  • 01
    Alle Kanäle gleichzeitig. Ein Kanal, der ordentlich bespielt wird, schlägt vier, die nebenher laufen.
  • 02
    Den Aufwand zu klein rechnen. Ohne eingeplante Stunden ist nach sechs Wochen Schluss.
  • 03
    Alles über die Firmenseite. Menschen bekommen mehr Aufmerksamkeit als Logos, gerade im B2B.
  • 04
    Zu früh bewerten. Nach vier Wochen sieht jede Strategie nach Fehlschlag aus.

Unterstützung

Selbst machen oder begleiten lassen

Die Schritte oben lassen sich intern gehen, wenn jemand im Haus Zeit dafür hat und die nötige Distanz zum eigenen Unternehmen mitbringt. Viele Betriebe kommen bis Schritt vier gut allein zurecht und bleiben dann beim Produktionssystem hängen.

Genau dort setzt PINMIE an. Die Strategie entsteht gemeinsam mit dem Unternehmen, dazu der Redaktionsplan und die Begleitung der Umsetzung, damit das Thema nicht wieder liegen bleibt. In der Regel steht die Grundlage nach vier Wochen, dazu ein Plan, der die nächsten 90 Tage trägt.

Der Kern bleibt die Beratung. Fehlt im Unternehmen jemand für Aufnahme, Schnitt oder Veröffentlichung, lässt sich die Produktion in dem Umfang dazubuchen, der wirklich gebraucht wird.

Häufige Fragen

Fragen, die immer wieder gestellt werden

Frage 01

Wie lange dauert es, bis eine Strategie steht?

Rund vier Wochen. In dieser Zeit liegen die Analyse, zwei gemeinsame Termine und die Übergabe an das Team. Danach steht ein Plan für die nächsten 90 Tage.

Frage 02

Braucht es dafür eine eigene Marketingabteilung?

Nein, eine Person, die das Thema mitträgt, reicht für den Anfang. Wichtig ist, dass diese Person feste Zeit dafür hat und nicht alles zusätzlich stemmen muss.

Frage 03

Muss die Geschäftsführung vor die Kamera?

Es hilft, ist aber keine Bedingung. Oft funktioniert eine Fachkraft aus dem Betrieb sogar besser, weil sie näher an dem ist, worüber gesprochen wird.

Frage 04

Welcher Kanal ist der richtige?

Für Anfragen und Entscheider ist es in aller Regel LinkedIn. Bei Nachwuchs und Ausbildung führt der Weg eher über Instagram und kurze Videos. Beides gleichzeitig zu starten lohnt sich selten.

Was ist realistisch drin?

Ein kurzes Formular zur Ausgangslage, danach ein halbstündiges Gespräch darüber, was sich für das Unternehmen lohnt und was sich sparen lässt.

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